Marge vs. Aufschlag – einfach erklärt

Marge und Aufschlag werden im Handel, E-Commerce und bei der Preiskalkulation häufig verwechselt. Beide Kennzahlen beschreiben zwar denselben Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis – aber sie beziehen sich auf unterschiedliche Ausgangswerte.
Ein einfaches Beispiel: Du kaufst ein Produkt für 60 € und verkaufst es für 100 €.
- Einkauf
- 60 €
- Verkauf
- 100 €
- Differenz
- 40 €
- Marge
- 40 %
- Aufschlag
- 66,67 %
Der Gewinnbetrag ist in beiden Fällen derselbe. Nur die Bezugsgröße ist unterschiedlich.
Merke: Marge → bezogen auf den Verkaufspreis. Aufschlag → bezogen auf den Einkaufspreis.
Wenn du deine eigenen Werte berechnen möchtest, kannst du unseren Margenrechner verwenden.
Was ist die Marge?
Die Marge zeigt, welcher Anteil des Verkaufspreises nach Abzug des Einkaufspreises verbleibt. Ein Produkt kostet im Einkauf 60 € und wird für 100 € verkauft. Für die Marge wird die Differenz durch den Verkaufspreis geteilt:
- 100 € − 60 € = 40 €
- 40 ÷ 100 × 100 = 40 %
- Marge = 40 %
In diesem vereinfachten Beispiel bleiben 40 % des Verkaufspreises übrig, bevor weitere Kosten berücksichtigt werden – etwa Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, Marketing, Personal oder andere Betriebskosten.
Formel für die Marge
Marge = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100
Oder mit dem Gewinnbetrag:
Marge = Gewinn ÷ Verkaufspreis × 100
Was ist der Aufschlag?
Der Aufschlag – auch Preisaufschlag oder Kalkulationsaufschlag genannt – zeigt, um wie viel Prozent der Einkaufspreis erhöht wurde. Im selben Beispiel teilen wir die 40 € diesmal durch den Einkaufspreis:
- 40 ÷ 60 × 100 = 66,67 %
- Aufschlag = 66,67 %
Genau darin liegt der entscheidende Unterschied: Beim Aufschlag ist der Einkaufspreis die Bezugsgröße, bei der Marge der Verkaufspreis.
Formel für den Aufschlag
Aufschlag = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Einkaufspreis × 100
Oder:
Aufschlag = Gewinn ÷ Einkaufspreis × 100
Marge und Aufschlag im direkten Vergleich
| Größe | Marge | Aufschlag |
|---|---|---|
| Einkaufspreis | 60 € | 60 € |
| Verkaufspreis | 100 € | 100 € |
| Differenz | 40 € | 40 € |
| Bezugsgröße | Verkaufspreis | Einkaufspreis |
| Ergebnis | 40 % | 66,67 % |
Beide Kennzahlen beschreiben denselben Verkauf. Der Unterschied entsteht ausschließlich dadurch, worauf die 40 € bezogen werden.
Warum sind 40 % Marge nicht 40 % Aufschlag?
Das ist einer der häufigsten Fehler bei der Preiskalkulation. Dein Einkaufspreis beträgt 60 € und du möchtest eine Marge von 40 %. Es wäre falsch, einfach 40 % auf den Einkaufspreis aufzuschlagen:
- 60 × 1,40 = 84 €
- Gewinn: 84 − 60 = 24 €
- Tatsächliche Marge: 24 ÷ 84 × 100 = 28,57 %
Du hast also zwar 40 % Aufschlag, aber nur 28,57 % Marge. Für eine echte Marge von 40 % müsste der Verkaufspreis 100 € betragen.
40 % Aufschlag ≠ 40 % Marge
Verkaufspreis aus gewünschter Marge berechnen
Du kennst deinen Einkaufspreis und möchtest wissen, welchen Verkaufspreis du für eine bestimmte Zielmarge brauchst?
Verkaufspreis = Einkaufspreis ÷ (1 − Marge ÷ 100)
Beispiel: Einkaufspreis 60 €, gewünschte Marge 40 %.
- 60 ÷ (1 − 0,40)
- 60 ÷ 0,60 = 100 €
Marge in Aufschlag umrechnen
Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100
- 40 ÷ 60 × 100 = 66,67 %
- 40 % Marge = 66,67 % Aufschlag
Aufschlag in Marge umrechnen
Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100
- 66,67 ÷ 166,67 × 100 ≈ 40 %
- 66,67 % Aufschlag ≈ 40 % Marge
Kleine Umrechnungstabelle
| Aufschlag | Marge |
|---|---|
| 10 % | 9,09 % |
| 20 % | 16,67 % |
| 25 % | 20 % |
| 50 % | 33,33 % |
| 66,67 % | 40 % |
| 100 % | 50 % |
| 200 % | 66,67 % |
Diese Tabelle zeigt gut, warum Marge und Aufschlag nicht austauschbar sind.
Was ist die Handelsspanne?
Die Handelsspanne beschreibt ebenfalls den Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis im Verhältnis zum Verkaufspreis. In einer einfachen Warenkalkulation entspricht sie damit grundsätzlich der Marge: 40 ÷ 100 × 100 = 40 %.
Je nach Zusammenhang werden außerdem Begriffe wie Rohmarge, Rohertrag, Rohgewinn oder Gewinnspanne verwendet. Diese sollten nicht immer ohne Weiteres gleichgesetzt werden, da ihre genaue Bedeutung vom betriebswirtschaftlichen Kontext abhängen kann. Unser Rechner verwendet bewusst die einfache Produktkalkulation aus Einkaufs- und Verkaufspreis.
Marge ist nicht dasselbe wie Gewinn
Der Gewinnbetrag ist eine Geldsumme: 100 € − 60 € = 40 €. Die Marge drückt diesen Betrag relativ zum Verkaufspreis aus: 40 ÷ 100 × 100 = 40 %.
- Gewinn / Rohertrag
- 40 €
- wie viel übrig bleibt
- Marge
- 40 %
- welcher Anteil des Verkaufspreises das ist
Warum zusätzliche Kosten wichtig sind
Ein Produkt für 60 € einzukaufen und für 100 € zu verkaufen bedeutet nicht automatisch 40 € Nettogewinn. Je nach Geschäftsmodell entstehen zusätzliche Kosten:
- Versand
- Verpackung
- Zahlungsgebühren
- Marktplatzgebühren
- Retouren
- Werbung
- Personal
- Lagerung
- Miete
- Software
- Steuern
Deshalb sollte die einfache Marge nicht mit dem endgültigen Unternehmensgewinn verwechselt werden. Für einen schnellen Produktvergleich ist sie trotzdem sehr nützlich.
Beispiel aus dem E-Commerce
Ein Online-Shop verkauft ein Produkt für 50 €, der Einkaufspreis beträgt 30 €. Die Differenz liegt bei 20 €.
- Marge: 20 ÷ 50 × 100 = 40 %
- Aufschlag: 20 ÷ 30 × 100 = 66,67 %
Auf den ersten Blick sieht die Marge gut aus. Nehmen wir aber zusätzliche Kosten an: Versand 4 €, Zahlungsgebühr 1,50 €, Werbung 7 €.
- 4 + 1,50 + 7 = 12,50 € Zusatzkosten
- 20 − 12,50 = 7,50 € verbleiben
Das zeigt, warum Produktmarge und tatsächlicher Unternehmensgewinn zwei unterschiedliche Dinge sind.
Wie wirkt sich ein Rabatt auf die Marge aus?
Rabatte können die Marge deutlich stärker reduzieren, als man zunächst vermutet. Einkaufspreis 60 €, Verkaufspreis 100 €, Gewinn 40 €, Marge 40 %. Jetzt gibst du 20 % Rabatt:
- Neuer Verkaufspreis: 80 €
- Gewinn: 80 − 60 = 20 €
- Neue Marge: 20 ÷ 80 × 100 = 25 %
Obwohl der Verkaufspreis nur um 20 % gesunken ist, fällt die Marge von 40 % auf 25 %. Für Rabattberechnungen kannst du unseren Rabattrechner verwenden.
Marge und Mehrwertsteuer
Für betriebliche Kalkulationen ist es sinnvoll, konsistent mit Netto-Werten zu rechnen. Die Mehrwertsteuer ist bei Unternehmen in vielen typischen Fällen nicht Teil des eigentlichen Warenwerts bzw. Rohertrags. Netto- und Bruttopreise rechnest du mit dem Mehrwertsteuerrechner um.
Wichtig: Die konkrete steuerliche Behandlung hängt von deinem Fall ab. Eine einfache Margenberechnung ersetzt keine steuerliche Beratung.
Welche Kennzahl sollte ich verwenden?
Nutze die Marge, wenn du wissen möchtest:
„Welcher Anteil meines Verkaufspreises bleibt nach dem Einkauf übrig?“
Nutze den Aufschlag, wenn du wissen möchtest:
„Um wie viel Prozent muss ich meinen Einkaufspreis erhöhen?“
Nutze den Gewinnbetrag, wenn du wissen möchtest:
„Wie viele Euro liegen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis?“
Diese drei Kennzahlen ergänzen sich.
Typische Fehler bei Marge und Aufschlag
1. Marge und Aufschlag gleichsetzen
60 € Einkauf und 100 € Verkauf ergeben 40 % Marge, aber 66,67 % Aufschlag.
2. Die falsche Bezugsgröße verwenden
Für die Marge wird durch den Verkaufspreis geteilt, für den Aufschlag durch den Einkaufspreis.
3. Zielmarge einfach auf den Einkaufspreis schlagen
Bei 60 € Einkauf und 40 % Zielmarge ist 60 × 1,40 = 84 € nicht richtig. Der korrekte Verkaufspreis beträgt 100 €.
4. Weitere Kosten ignorieren
Eine gute Produktmarge bedeutet nicht automatisch einen hohen Unternehmensgewinn. Versand, Werbung, Personal und andere Kosten können das Ergebnis deutlich verändern.
5. Netto- und Bruttopreise vermischen
Vergleiche Werte auf derselben Grundlage: nicht Netto-Einkaufspreis mit Brutto-Verkaufspreis, sondern Netto mit Netto oder Brutto mit Brutto, je nach Zweck der Berechnung.
Marge oder Aufschlag – einfache Merkhilfe
Marge schaut vom Verkaufspreis zurück. Aufschlag schaut vom Einkaufspreis nach vorne.
- Marge → Verkauf
- Aufschlag → Einkauf
Marge und Aufschlag selbst berechnen
Du möchtest nicht jedes Mal die Formeln von Hand rechnen? Mit unserem Margenrechner kannst du unter anderem:
- Gewinn berechnen
- Marge berechnen
- Aufschlag berechnen
- Verkaufspreis aus einer Zielmarge bestimmen
- maximalen Einkaufspreis berechnen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Die Marge bezieht den Gewinn auf den Verkaufspreis. Der Aufschlag bezieht denselben Gewinn auf den Einkaufspreis.
Wie berechnet man die Marge?
Ziehe den Einkaufspreis vom Verkaufspreis ab und teile die Differenz durch den Verkaufspreis: Marge = (VK − EK) ÷ VK × 100.
Wie berechnet man den Aufschlag?
Teile die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis durch den Einkaufspreis: Aufschlag = (VK − EK) ÷ EK × 100.
Sind 50 % Marge und 50 % Aufschlag dasselbe?
Nein. Bei 50 % Aufschlag beträgt die Marge nur 33,33 %. Für 50 % Marge benötigst du einen Aufschlag von 100 %.
Wie hoch ist die Marge bei 100 % Aufschlag?
Bei 100 % Aufschlag verdoppelt sich der Einkaufspreis. Beispiel: 50 € Einkauf → 100 € Verkauf, Gewinn 50 €, Marge 50 %.
Was ist die Handelsspanne?
Die Handelsspanne beschreibt den Unterschied zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis im Verhältnis zum Verkaufspreis. In einer einfachen Warenkalkulation entspricht sie damit der Marge.
Ist eine hohe Marge immer gut?
Nicht automatisch. Entscheidend ist auch, welche weiteren Kosten entstehen und wie viel tatsächlich nach allen relevanten Ausgaben verbleibt.
Kann die Marge negativ sein?
Ja. Wenn der Verkaufspreis unter dem Einkaufspreis liegt, entsteht eine negative Marge. Beispiel: 100 € Einkauf → 80 € Verkauf, Verlust 20 €, Marge −25 %.
Fazit
Marge und Aufschlag beschreiben denselben Preisunterschied aus zwei Perspektiven: Die Marge setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Verkaufspreis, der Aufschlag zum Einkaufspreis. Bei 60 € Einkauf → 100 € Verkauf ergeben sich deshalb 40 € Differenz, 40 % Marge und 66,67 % Aufschlag.
Wer diesen Unterschied versteht, kann Verkaufspreise deutlich sicherer kalkulieren und vermeidet einen der häufigsten Fehler bei der Preiskalkulation.
Weitere hilfreiche Rechner und Erklärungen
- Margenrechner Marge, Gewinn und Aufschlag berechnen
- Rabattrechner Endpreis und Ersparnis berechnen
- Mehrwertsteuerrechner Netto und Brutto umrechnen
- Preissteigerungsrechner Preiserhöhung in Prozent
- Prozentrechnung einfach erklärt Grundwert, Prozentwert, Prozentsatz
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